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Malretreat auf der Hütte Fiorasca - 20.-23. Juli 2026

Unvergessliche Tage auf der Fiorasca

Fiorasca – das heißt: Das Blumen-Dörfchen. Eine alte Ziegen-Alp, die vor wenigen Jahrzehnten der SAV (Società Alpinistica Valmaggese, einem kleinen Alpenverein im Tessin) geschenkt wurde. Eine Ansammlung von vier Häusern plus zwei Ruinen plus ein Brennholz-Splüi plus ein Toiletten-/Bad-Häuschen inmitten eines gigantischen Hufeisens aus schroffen Felswänden, umgeben von alten Geröllhalden, die mit ihren großen, von Lärchen durchwachsenen Felsblöcken wunderbare Plätze zum Innehalten und Malen bereithalten. Hier und da pittoreske Ort, an denen sich Feen und Zwerge tummeln. Und Ziegen. Die hört man von weitem bimmeln und ab und zu kommen sie an den Brunnen von Fiorasca trinken. Sie haben hier von alters her ein "Wasserrecht".

Tagsüber sassen wir in Gemeinschaft unterm Sonnensegel am grossen Steintisch und wer für sich allein Details ausformulieren mochte, packte sich sein schnell zerlegtes Malbrett, Stifte, Pinsel, Farben in eine Tasche und fand sein eigenes Eremiten-Zauber-Plätzchen ein wenig abseits.

Und gesegnet ist, wer dann doch nachts den Weg zur Toilette antreten muss, denn bei klarem Wetter leuchtet über ihm oder ihr eine Milchstrasse, wie man sie eben nur aus einsamen Regionen im Hochgebirge oder in den Tropen kennt.

Vorgesehen – oder besser: angeboten – war für diese Tage eine Mosaik-Rosette vom Boden der San Marco-Basilika in Venedig nachzubilden. Nach vorgängigen "Fingerübungen" mit Zirkel und Lineal fiel dann aber das allgemeine Interesse auf das Pentagramm und eine Variation der fraktalen "Flöte des Pythagoras". Nicolas leistete strukturelle Hilfestellung, Ingrid führte durch die Vielfalt der gestalterischen und farblichen Möglichkeiten, auch was die Auswahl der Farbtypen (Aquarell, Gouache, wasserlösliche Stifte ...) anbelangte .

Die schnell zusammengesetzten Malbretter ermöglichten allen eine rücken- und nackenschonende Haltung beim Zeichnen und Malen, und so sind auf Basis der selben Grundstruktur völlig unterschiedliche individuelle Kunstwerke entstanden, teils mit westlicher, teils mit orientalischer Note.

Es gab leckeres Essen, alle wurden satt, individuelle Pausen und Spaziergänge waren willkommene Unterbrechungen.

Nicht zuletzt war es aber auch dieser besondere Ort mit seiner hochalpinen Natur, der klaren Luft, der Ruhe und der Kraft von Sonne und Stein, die dieses Event für alle zu einem unvergesslichen Erlebnis werden liess.