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Malretreat auf der Hütte Fiorasca - 17.-20. August 2026

Wir waren ein zweites Mal im "Blumen-Dörfchen"

San Marco trotzt dem Wetter

Wir waren wieder in unserem "Blumen-Dörfchen”, der SAV-Hütte Fiorasca, knapp über der Baumgrenze, diesmal zu siebt. Und es war in doppelter Hinsicht eine intensive Zeit: Diesmal haben sich alle bis in die späten Abende hinein auf die Mosaik-Rosette aus der venezianischen Basilika San Marco konzentriert; und wir hatten sehr wechselhaftes Wetter, das uns teilweise zum drinnen Arbeiten veranlasste. Der obligatorische Spaziergang zum “Abyss” mit bergan fliegenden Wölkchen durfte trotzdem nicht fehlen. Wer gut lauschte, konnte Pater Profundus (in der tiefen Region) beten hören (s. Ende von Goethes Faust).

Aber der Reihe nach: Vier sind geflogen, mit Gepäck und Verpflegung, drei kamen gewandert, von der Alpe Brünesc über die Bocchetta. Ein ausgiebiges Frühstück/Brunch in warmer Stube war für die regennassen Wanderer ein willkommener Start in die Malauszeit. Nach einer kleinen Pause starteten wir wie ausgeschrieben gegen 16 Uhr mit den ersten Zeichenübungen bzw. Nicolas erläuterte zuerst den Schnellaufbau der "nackenfreundlichen" Malbretter, dann ging’s auch schon los, mit einer “Fingerübung”, nämlich Pentagon und Pentagramm, deren Fraktalität alle Teilnehmer bis in den späten Abend hinein beschäftigte, wobei USB-Lampen für zusätzliches Licht sorgten. Die “Laute des Pythagoras” war dann auch noch Thema bis am folgenden Morgen. Die abendliche Minestrone half dazu, noch voller Energie weiterzuzeichnen.

Der nächste Tag begann – natürlich – mit einem leckeren und vielseitigen Frühstück und, im Anschluss daran, einer Morgenmeditation, angelehnt an das japanische Ensō: jede/r bekam 1 mPapier, Pinsel und schwarze Gouache und suchte sich seinen Meditations-Felsblock …

Aber dann ging’s zur Sache mit der grafischen Konstruktion der San-Marco-Rosette. Ingrid – die eine recht präzise Dekonstruktion dieses schönen Ornaments entwickelt hat – gab Schritt für Schritt Anleitung, bis die Sonne durch die Wolken brach und das Prinzip durchschaut war. Von da ab hiess es nur noch: Spiral-Blütenblätter verdoppeln, unterbrochen nur von Abras inzwischen legendären Kartoffel- und griechischen Salaten.

Und dann kam die Stunde der Farben und der feinen Pinsel … Übungsblätter mit Farbproben entstanden.

Der dritte Tag wäre der schönste gewesen,  wir starteten für die die wollten mit der Morgenmeditation auf Papier, malten draussen in herrlicher Augustwärme, bis der Anruf kam, dass wir wegen Schlechtwetterprognose für die nächsten Tage mit Starkregen vom Berg runter müssten, Helikopter-Ankunft in 1¼ Stunden …

So schnell haben wir noch nie gepackt, geputzt, alles wieder geordnet und verstaut …

Zwei der Wanderer machten sich zu Fuss auf den Weg – noch war das Wetter gut und trocken –, zu fünft ging es dann mit Ausrüstung, Gepäck und verderblicher Verpflegung per Helikopter zurück zum Parkplatz auf der Brünesc-Seite.

Auf unser Überleben trotz drohendem Weltuntergang gab es erstmal einen Kaffee in der Locanda Turisti in Bignasco und anschliessend ging es zu Ingrids Atelier, das in Windeseile gruppenarbeitstauglich gemacht wurde und wo die etwas später eintreffenden Wanderer erstmal eine kleine Stärkung vorfanden.

Hatte uns die Aktion Zeit geraubt? Nööö ..... im Gegenteil, hier wurde bis einschliesslich des vierten Tages bis jeweils nachts konzentriert gearbeitet. Erst am Tag 5 sind unsere "Geometer-Novizen" im Morgengrauen abgereist. Wie wir von ihnen erfahren konnten, haben sie nicht nur ihre kunstvollen Werke, sondern auch die besondere Atmosphäre und Stille unseres “Blumen-Dörfchens” in der Höhe in ihren Herzen mitgenommen – ein Wiedersehen sei mindestens wahrscheinlich…