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Mit Geometrie die innere Ruhe finden

In der Geometrie wird Konzentration sichtbar. Jeder Gedanke, der über den Moment hinausgeht, hinterlässt seine Spur auf dem Papier. So wird das Zeichnen zu einer Übung in Präsenz – ein Rückzug in die Stille.

Der Schwerpunkt dieses Retreats liegt in der Geometrie, verlangt aber keine mathematischen Ambitionen, da wir uns zeichnerisch und spielerisch den verschiedene Grundformen nähern: Quadrat, Fünfeck, Sechseck — und einer ganzen Menge daraus ableitbarer Ornamente. Diese sind auch die Basis für orientalische Kunst, der wir uns bei Interesse nähern können. Aber das Highlight des Retreats ist diesmal im Westen gelegen: ein Bodenmosaik der Basilika San Marco in Venedig, eine 32-strahlige spiralförmige Rosette. Ein Angebot, kein Muss.

Warum wir das machen? Weil das Arbeiten an der symmetrischen Struktur etwas öffnet, das größer ist als die Linien, die wir zeichnen. Wenn wir uns in die Symmetrie vertiefen, beruhigt sich der Lärm im Kopf, und ein stiller, klarer Raum entsteht. Die Geometrie führt uns Schritt für Schritt in eine Form von innerer Sammlung. Der Verstand begleitet uns – er darf Schnittpunkte bestimmen und Figuren unterscheiden, aber er muss nicht ständig führen. Sobald das Tun in seinen ganzheitlichen Rhythmus findet, entsteht ein Flow, der Herz, Verstand und Kreativität verbindet.

Diese Erfahrung begeistert uns. Und wir glauben, dass sie auch andere anstecken kann.

Es gibt fundierte Anleitung, viel Zeit, Möglichkeiten sich zurückzuziehen oder in der Gruppe am grossen Tisch zu bleiben (bei schönem Wetter draussen). Wir werden ausschliesslich mit erstklassigem Papier, Werkzeug, Stiften und Farben arbeiten, mit Bleistiften, Präzisionszirkeln, Metall-Linealen und hochwertigen Aquarell- und Gouachefarben.

Das Retreat ist für “Anfänger” geeignet, der Perfektionismus darf im Tal bleiben. Wenn etwas schiefgeht, ist genug Zeit für Wiederholung oder Variation, zudem haben wir mit Gouache gut deckende Farben, die vorherige Fehler verschwinden lassen.

Anmeldung und weitere Infos

Anmeldung zu den Terminen:
Mo., 20.-23. Juli 2026 und
Mo., 17.-20. August 2026 
bitte über den SAV-Vallemaggia, dort gibt es auch weitere Infos zur Hütte.
https://sav-vallemaggia.ch/attivita/

Weitere Termine sind in Absprache möglich

Der Malort

ist eine einfache Selbstversorgerhütte auf 2086 m Höhe. Das "Rifugio Fiorasa" liegt zwischen dem Bavona- und dem Lavizzaratal. Es ist keine Szenerie, wie an sie sich unter Tessin vorstellt. Wir sind im Hochgebirge, es ist felsig und karg.

Man muss sich den Rückzugsort ein wenig "erkämpfen", 3 Stunden Wegzeit steht auf dem Schild nach dem Wanderparkplatz oberhalb des Lavizzaratals, ich brauche deutlich länger. Der anfangs gemütliche Weg nimmt rasch an Steilheit zu. Trotz aller Anstrengung liebe ich den Pfad in eine schroffe, fast abweisende Landschaft. Und immer wieder merke ich, wie gerade diese Kargheit äußere und innere Ruhe schenkt, wie alles in mir stiller wird, der Alltag, das vermeintliche Chaos auf der Welt mit jedem Höhenmeter weiter abfallen.

Ablauf:

Der erste Tag steht ganz im Zeichen des Ankommens.
Bei einem kleinen Willkommenssnack lernen wir uns kennen und schauen gemeinsam, wie es weitergehen kann. Wir können uns erst ausruhen oder gleich loslegen, das findet sich alles in der Gruppe - wir haben Zeit und Freiheit.
Als Programmoption gibt es kleine Übungen mit dem Zirkel, eine Einführung in Standartformen bzw. Rasterzeichnungen, wer mag kann auch schon mit dem ausmalen der ersten Übungen beginnen.

Am zweiten Tag starten wir mit der Nachkonstruktion des Mosaiks. Es sieht komplex aus, ist aber erstaunlich einfach nachzuzeichnen, alles was es braucht ist ein wenig Aufmerksamkeit und Geduld. Wenn das Grundgerüst steht geht es ans Ausmalen der Formen. Wir können uns an das Originalmotiv halten oder eigenes daraus entwickeln, es ist ein Muster voller Möglichkeiten. 

Am dritten Tag setzen wir fort, was wir gestern begonnen haben. Es braucht Zeit, das Gerüst mit Leben zu füllen, davon haben wir heute ausreichend. Du kannst dich mit der Zeichnung an einen schönen Platz zurückziehen oder am großen Steintisch in der Gruppe sein, ganz wonach dir ist.

Den vierten Tag, der Abreisetag. Wir überlegen gemeinsam, wie dieser ausklingen kann -  es ist vieles denkbar - wir können in aller Frühe zurückwandern um der Sommerhitze zuvor zu kommen, wir können in aller Ruhe gemeinsam frühstücken, oder wer mag, kann auch noch bleiben, wir sind flexibel und, nicht zu vergessen, letztlich, auch wetterabhängig.

Das Material
Wir arbeiten mit hochwertigen Zirkeln, Papier und Farben. Wir füllen die Flächen mt Tusche, Buntstiften, Aquarell oder Gouache, du suchst aus, welche Technik dich am meisten anspricht oder probierst alles aus, es ist alles da was du zum malen und zeichnen braucht.

Kosten:
450 Franken
Enthalten sind Übernachtung im hüttenüblichen Mehrbettzimmer mit Stockbetten, alle Mahlzeiten + Wasser, Tee, Kaffee,
Malmaterial

Hinweis: 
Es gibt vegetarische/vegane Verpflegung

Hier findest du eine Beschreibung der Wanderung
 

Von der Skizze zum Bild