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Besuch der Soveltrahütte

  • TessinLavizarra

durch eine wilde Schlucht ins liebliche Hochtal

Info

Zeit: Ab Prato 2:50 h eine Strecke
Höhendifferenz: ca. 790 m, höchster Punkt 1.532 m ü. M.
Schwierigkeit: T2
(es gibt ein paar Stellen, die für nicht Schwindelfreie schwierig werden können,
selbst wenn man umkehren muss, die Wanderung ist bis zu jedem Punkt lohnend)

Wanderweg: Geo-Admin-Wanderkarte  

Durch das Pratotal geht es langsam steigend auf einer nicht asphaltierten Straße nach oben, fast wäre ich geneigt zu sagen, ein eher langweiliger Beginn. Abwechslung bringt ein kleines Teilstück parallel zur Straße durch einen angenehm schattigen kühlenden Wald. Nach einer halb verfallenen Rusticoansammlung führt der Weg wieder auf die Straße. Von hier sind es nur noch wenige Kurven bis sich das Tal weitet und der kleine Weiler Monte di Predee bzw. San Carlo (ein Ort, mit mehreren Bezeichnungen) in Sicht kommt. 
 
Inmitten des kleinen Weilers zweigt der Wanderweg Richtung Soveltra ab. Rasch gewinnt man über Steintreppen an Höhe und erreicht bald einen Buchenwald. Beim stattlichen Steinhaus oberhalb des Wädchens geht es wieder auf das Sträßchen. Es ist eine Abkürzung, aber auch anstrengender, als wäre man der Straße gefolgt - man hat die Wahl. 

Bald  ist das Ende des Sträßchens erreicht, die stabile Brücke links liegen lassen - jetzt kommt der schönste Teil der Tour. Eine Stunde soll es ab hier bis zur Hütte gehen. Die Zeitangabe habe ich vom Holzschild zur Capanna, glauben kann ich es kaum, wir brauchen wesentlich länger, aber auch weil es so viel zu sehen gibt.

Ich habe viele Bilder vom Weg eingefügt, vielleicht kann das eine Hilfestellung für Interessierte mit Höhenangst sein. Ich war an manchen Stellen durchaus angespannt, wobei die wirklich "heiklen" Abschnitte mit Drahtseil gesichert sind. Es gibt einige Stellen an denen Schafzäune nur eine optische Sicherheit geben, Farn, Büsche und hohes Gras verdecken zusätzlich freundlich den Blick in die Tiefe. Im Winter ist das sicher kein Weg für mich, wobei es wohl ohnehin nicht die beste Idee wäre, bei Glatteis durch die Schlucht zu laufen.

Aber jetzt wieder zu den Schönheiten des Weges. Ich empfand es als eine wilde, spektakuläre Wanderung. Vorbei geht es an überhängenden Felswänden, über lange steile Steintreppen, durch Naturdusche mit erfrischendem Bergwasser (gutes Schuhwerk halte ich für erforderlich) und endet schließlich wieder in einem lieblichen Wanderweg, auf dem alle Anspannung wieder gehen darf. Hat man das geschafft, ist es nicht mehr weit, bis ein paar Fahnenstangen die Nähe der Soveltrahütte ankündigen.

Ich denke, wir werden Weg sicher noch öfter gehen, besonders, wenn am Ende des Wegs wieder Erfrischungen warten.

Bei aller Anstrengung gehen auch so manche Gedanken zu jenen, die diesen Weg erst möglich machten. Ich staune immer wieder, welche Mühe sich Menschen machen mussten, um ihre Tiere auf Alpweiden führen zu können. Die vielen Stufen, die breiten Wege aus Felswänden herausgeschlagen wurden nicht für Freizeitwanderer angelegt, sondern stammen aus einer kargen und harten Lebenswelt, wie sie im Tessin noch vor 100 Jahren gelebt wurde.

Hinweis zur Soveltra-Hütte:
Sie wird gerade wieder aufgebaut, so kann man guter Dinge sein, dass es zur nächsten Saison 2026 wieder ein Hüttenleben geben wird!

Wenn du den Aufbau unterstützen möchtest findest du hier weitere Informationen:
https://sav-vallemaggia.ch/tours/rinascita-della-capanna-soveltra-de/

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